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Mai 2009

 

Afrika-Seminar der Hellwegregion

 

30. Mai 2009, Samstag, 9.30-18.00 Uhr · Eintritt frei
VHS-Hamm, Hohe Str. 71, Hamm-Mitte

Ablauf des Afrika-Seminartages:
9:30 Empfang, Begrüßung durch Frau Regina Schumacher Goldner (VHS Hamm) und Inputs durch Marcos A. da Costa Melo zu den Zielen des Seminars

<=Zurück zum Ablauf des Afrika-Seminartages

Ablauf

Inputs

Klimawandel

Klimaflüchtlinge

Nigeria

Guinea

Kongo

Mittagessen

Tansania

Namibia

Das Afrika-Bild

Auswertung

Das Afrika-Seminar der Hellwegregion
=> Eine Einführung

Afrika ist ein Kontinent, der nicht zur Ruhe kommt und zu-gleich in ewiger Starre gefangen scheint, der sich irgendwo auf dem Weg zwischen Tradition und Moderne befindet und am Rande dieses Weges verwirrte Menschen zurücklässt.
Bartholomäus Grill: Ach, Afrika

„Ach, Afrika“ war die abschließende Diskussionsrunde des Afrika-Seminars der Hellweg-Region in Anlehnung an den bekannten Buchtitel überschrieben.

Ach, Afrika: Ein Seufzer, ein Ausdruck der Ratlosigkeit, des Sich-Ergebens in das Unabänderbare. Bartholomäus Grill stellt in seinem Buch einen gewagten Vergleich an. Subsahara-Afrika befinde sich in einem Umbruch wie Europa im Dreißigjährigen Krieg.

Also in einer Phase der Konflikte und des Elends, die aber in einem glänzenden kulturellem Aufschwung mündet: Das Barock setzte Glanzlichter in Literatur, Musik, Architektur, aber auch Mathematik oder Ökonomie. Steht Afrika vor dem großen Aufbruch? In einem wesentlichen Punkt unterscheidet sich die heutige Situation Afrikas von der Europas vor knapp 400 Jahren.

Europa hat sich weitestgehend autonom entwickelt. Afrikas Geschicke sind seit dem 16. Jahrhundert von Europa mitbestimmt worden: Durch Sklavenhandel, Kolonialisierung und bis heute andauernde kulturelle und wirtschaftliche Dominanz.

Was wollte und was konnte das Afrika-Seminar der Hellwegregion in diesem Kontext leisten?
Das Ziel war, den Erfahrungsaustausch zwischen afrikanischen und nicht-afrikanischen Akteuren im Östlichen Ruhrgebiet und im Kreis Soest in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit zu stärken.
Die ersten drei Vorträge widmeten sich der Problemanalyse:
Von einem globalen Blickwinkel – der Umlaufbahn eines Satelliten – näherte sich Geoscopia
dem afrikanischen Kontinent: Inwieweit lassen sich Ertragsausfälle in der Landwirtschaft, die zu Nahrungsmittelkrisen, Wanderungsbewegungen und Konflikten führen, auf den Klimawandel zurückführen? Wie bedingen sich regionale Änderungen der Landnutzung und Klimafaktoren? Im nächsten Vortrag ging es um Klimaflüchtlinge: Gibt es einen Schwellenwert der Klimaveränderung, ab dem eine Migration einsetzt? Welche Dimension haben diese
Migrationbewegungen heute und zukünftig? Wie ist der rechtliche Status der Klimaflüchtlinge? Mit Nigeria ist dann ein Land einer näheren Betrachtung unterzogen worden. Wie gestaltet sich dort der Umgang mit den fossilen und nachwachsenden Rohstoffen? Welche Ansätze gibt es, eine Übernutzung der Ressourcen zu vermeiden?

Im Zentrum der Veranstaltung standen vier Workshops, in denen Projekte vorgestellt worden sind, die sich jeweils auf ein bestimmtes Land beziehen: Guinea, Kongo, Tansania und Namibia. Das Spektrum reichte dabei von klassischer Entwicklungszusammenarbeit im Gesundheits- und Bildungswesen bis hin zum Interkulturellen Lernen im Kontext einer Schulpartnerschaft.
Abschließend wurde das Afrika-Bild in den deutschen Medien und in der deutschen Gesellschaft diskutiert. Wie klischeebehaftet ist
unser Bild vom „schwarzen Kontinent“? Können wir uns von seit Jahrhunderten tradierten Ressentiments freimachen? Warum nehmen wir die 53 afrikanischen Staaten so undifferenziert wahr? Die gemeinsame Auseinandersetzung führte zu einem fruchtbaren Schluss, dass die Klischees weiterhin bestehen und zwar in einer raffinierten Form.

Das Afrika-Seminar fand in Koop. mit der VHS statt und wurde über InWent (Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbH) aus Mitteln des BMZ und vom EED (Ev. Entwicklungsdienst) gefördert.

 

 

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