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Mai 2009

Afrika-Seminar der Hellwegregion

30. Mai 2009, Samstag, 9.30-18.00 Uhr · Eintritt frei
VHS-Hamm, Hohe Str. 71, Hamm-Mitte

Ablauf des Afrika-Seminartages:
10:30 Diskussionsrunde mit Holger Voigt (Geoscopia), Boniface Mabanza (Politikwissenschaftler und Theologe) und Dr. Paul Krämer (Lernen-Helfen-Leben e.V.)

<=Zurück zum Ablauf des Afrika-Seminartages

Ablauf

Inputs

Klimawandel

Klimaflüchtlinge

Nigeria

Guinea

Kongo

Mittagessen

Tansania

Namibia

Das Afrika-Bild

Auswertung

Klimaflüchtlinge => eine wachsende Herausforderung
=> Zum Beitrag von Nadine Kaufmann (Politikwissenschaftlerin, Münster)

Als die Genfer Flüchtlingskonvention 1951 formuliert worden ist, war das Problem von Klimaflüchtlingen noch nicht bekannt. Inzwischen werden Umweltflüchtlinge von den Vereinten Nationen anerkannt.
Bei der Definition von Klimaflüchtlingen treten diverse Abgrenzungsprobleme auf: Meistens sind Umwelt- und speziell Klimaveränderungen nur ein Faktor für Fluchtbewegungen. Oftmals sind Wirkungsketten zu beobachten, in denen auch Konflikte und Armut eine Rolle spielen. Zudem ist kennzeichnend für die Flucht, dass sie unfreiwillig erfolgt.

Im Gegensatz dazu wird das freiwillige Verlassen des angestammten Lebensraums als Migration bezeichnet. Es gibt unterschiedliche Schätzungen bzw. Prognosen zur Anzahl der Klimaflüchtlinge. Für das Jahr 1992 wird von 25 Millionen Umweltflüchtlingen ausgegangen.
Für 2010 beläuft sich die Schätzung auf 50 Millionen. Dies entspricht in etwa der Anzahl der politischen Flüchtlinge. Im Jahr 2050 ist mit 150 bis 200 Millionen Umweltflüchtlingen zu rechnen. Damit befände sich in etwa jeder 45. Mensch aus Umweltgründen auf der Flucht.

Schon heute wird die Zahl der Umweltflüchtlinge allein in Subsahara-Afrika auf 5 Millionen geschätzt.
Die unterschiedliche Betroffenheit bestimmter Regionen lässt sich nicht nur mit dem Ausmaß der regionalen Klimaveränderungen erklären. Vielmehr tragen unterschiedliche Faktoren zur Betroffenheit bei:
Unter der Exposition einer Region bezüglich des Klimawandels ist das Ausmaß der Auswirkungen bei relativ geringen Veränderungen der klimatischen Bedingungen zu verstehen. So reagieren flache Inselstaaten besonders empfindlich auf eine Erhöhung des Meeresspiegels, die die Süßwasservorkommen gefährdet und zu Landverlust bis hin zur Überflutung ganzer Inseln führt. Gegenden, in denen die Landwirtschaft ohnehin unter Wassermangel leidet, werden bei einem relativ geringen Rückgang der Niederschläge gänzlich unbrauchbar für die landwirtschaftliche Nutzung. Zudem ist die Abhängigkeit der Volkswirtschaft oder der lokalen Gemeinschaft von der Landwirtschaft ein entscheidender Faktor. Industriestaaten können Ausfälle in der landwirtschaftlichen Produktion leichter verkraften als Agrargesellschaften.
Schließlich spielt auch das Adaptionspotenzial eine entscheidende Rolle. Die
Anpassungsfähigkeit durch technische Maßnahmen wie den Bau von Deichen, Wasserrückhaltebecken oder Meerwasser-Entsalzungsanlagen ist offensichtlich vom Wohlstand des Staates abhängig. Aber auch die Umstellung auf andere Pflanzensorten oder Anbaumethoden ist meistens kostspielig.

In armen Ländern droht eine Abwärtsspirale, wobei der Klimawandel Fluchtbewegungen in Richtung der weniger betroffenen Landesteile auslöst, wo dann eine Übernutzung der natürlichen Ressourcen (Abholzung, Überweidung) auf regionaler Ebene zu einem verstärkten Klimawandel führt. Zudem resultieren aus der Migration oftmals Konflikte zwischen den Zuwanderern und den Hinzukommenden: Bei diesen Konflikten geht es dann oftmals nicht nur um den Zugriff auf knapper werdende Ressourcen, sondern auch latent vorhandene ethnische, religiöse oder kulturelle Spannungen spielen eine Rolle. So sind oft Konflikte zwischen bereits länger Sesshaften und sich neu ansiedelnden ehemaligen Nomaden zu beobachten.
Als ein Beispiel für einen Staat mit hoher Exposition gegenüber dem Klimawandel ist
Mali zu nennen. Dort sind 80 Prozent der Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig und neun Zehntel der Einwohner verdienen weniger als 2 US-Dollar pro Tag.

Das Afrika-Seminar fand in Koop. mit der VHS statt und wurde über InWent (Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbH) aus Mitteln des BMZ und vom EED (Ev. Entwicklungsdienst) gefördert.

 

 

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