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Mai 2009
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Afrika-Seminar
der Hellwegregion
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30. Mai 2009, Samstag, 9.30-18.00 Uhr ·
Eintritt frei
VHS-Hamm, Hohe Str. 71, Hamm-Mitte
Ablauf
des Afrika-Seminartages:
11:30
Arbeitsgruppe 2 : Impulsreferate über die Arbeitsweise von
Jugend- und Umweltprojekten in DR Kongo mit Boniface Mabanza (Mutoto:
Partnerprojekt für Kinder und Jugendliche) und Heinz Rothenpieler
(Lernen-Helfen-Leben)
<=Zurück zum Ablauf des Afrika-Seminartages
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DR Kongo (Arbeitsgruppe 2)
=> Zum Beitrag von Boniface Mabanza (Sprecher des
Eine-Welt-Forums Münster) und => Heinz Rothenpieler (Lernen-Helfen-Leben)
Boniface Mabanza geht auf die fehlenden
zivilgesellschaftlichen Strukturen in Kongo. Nur diese Strukturen können für
einen dauerhaften Frieden sorgen und sind für demokratische Verhältnisse von
zentraler Bedeutung. Der Aufbau zivilgesellschaftlicher Strukturen muss im
Mittelpunkt der Entwicklungshilfe stehen.
Herr Mabanza weist jedoch auf die ökonomische Struktur des
Landes ein: der Kongo sei zu reich für den Frieden. Der Reichtum an
Bodenschätzen sei immer wieder ein Grund für Konflikte. Daran ist die EU
insofern beteiligt als Importeur von Diamant und Coltan, wichtiger Rohstoff
für die Produktion von Handys. Außerdem blüht weiterhin der Waffenhandel,
wobei in erster Linie Länder der EU und Russland Waffen in diese
Krisenregionen liefern.
Für die Zukunft des Kongo ist laut Boniface Mabanza
eine Befreiung aus sich heraus notwendig. Die nächsten Wahlen müssen dafür
bewusst gestaltet werden und die zivile Gesellschaft muss gestärkt werden.
Neben diesen internen Anstrengungen ist jedoch auch eine internationale
Unterstützung besonders in Bezug auf den Handel mit Rohstoffen notwendig.
Hier können auch deutsche Politiker eingreifen, wo sie sich bisher
zurückhalten. Die Rolle von Nichtregierungsorganisationen besteht darin,
Druck auf die Politik auszuüben, damit sie die Demokratische Republik Kongo
auf dem Weg in eine friedliche Zukunft unterstützen.
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Heinz Rothenpieler gab eine Zusammenfassung über
die Geschichte der Demokratischen Republik Kongo:Die Demokratische Republik
Kongo (früher „Zaire“) ist nach Fläche das drittgrößte und an
Bevölkerung das viertgrößte Land in Afrika.
1885 vereinnahmte der belgische König Leopold II Kongo
zu seinem „Privatbesitz“, eine einmalige Regelung im Laufe der
Kolonialgeschichte. Dies führte zu einer beispiellose Ausbeutung der
Bevölkerung und des Landes. Unter dem wachsenden Druck der Bevölkerung und
der internationalen Öffentlichkeit zog sich Belgien Anfang 1959 sehr
plötzlich aus dem Kongo zurück.
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Am
30. Juni 1960 wurde die unabhängige Republik Kongo ausgerufen. Patrice E.
Lumumba wurde der erste Präsident des jungen Landes. Nach nur 18 Monaten
Unabhängigkeit putschte der frühere Assistent Lumumbas, Joseph Mobutu,
unterstützt von den USA und Belgien, gegen ihn und errichtete in den folgenden
Jahrzehnten eine der längsten und grausamsten Diktaturen Afrikas.
Im Jahr 1994 organisierten sich Rebellen unter der Führung
von Laurent-Désiré Kabila, die im Jahr 1997 Mobutu stürzen konnten. Daraus
entfesselte sich ein Krieg, der von 1996 bis 2002 andauerte und in dem Kabila
starb.
Sein
Sohn Joseph Kabila „erbte“ seine Stellung als Staatspräsident und
versuchte das Land zu stabilisieren und in den Frieden zu führen. Dem im Weg
stand allerdings eine völlig zerstörte Infrastruktur, Wirtschaft und Verwaltung.
Immerhin fand im Jahr 2006 die ersten Wahl seit vierzig Jahren statt, bei der
Kabila als Präsident bestätigt wurde.
Im Osten des Landes gibt es jedoch immer noch Kämpfe gegen
die Rebellen der FDLR (Forces Démocratiques de la Libération du Rwanda
– Demokratische Kräfte zur Befreiung Ruandas), Vertreter des Stammes
der Hutu, die auf kongolesischem Gebiet immer wieder Siedlungen
niederbrennen, plündern und Frauen vergewaltigen. In diesem Konflikt geht es
um die sehr reichen Rohstoffvorkommen (Gold, Coltan, Mangan, Kupfer ...)
dieses Gebietes, die in die Nachbarländer geschleust werden und von dort aus
nach Europa und Amerika verkauft werden. So unterstützt Ruanda die Rebellen
der FDLR in ihrem Krieg gegen die Regierungstruppen der Demokratischen Republik
Kongo.
Das
Afrika-Seminar fand in Koop. mit der VHS statt und wurde über InWent
(Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbH) aus Mitteln des BMZ und
vom EED (Ev. Entwicklungsdienst) gefördert.

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