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Das Afrikabild in den Medien
=> Zum Workshop mit Marc Stefaniak (Hammer Forum) Etienne Fopa
(Magazin "Africa Positive"),
Marcos A. da Costa Melo (FUgE Hamm)
und Rahime Diallo (Institut für soziale Innovation)

Wie nehmen die Westeuropäer Afrika wahr? Die
Assoziationen zum Begriff „Afrika“ gehen in zwei Richtungen:
Afrika ist der Kontinent der weit gehend unberührten Natur, des Dschungels,
der Savannen und Wüsten, der Großwildjagd, des Abenteuers und des ewigen
Sommers.
Auf der anderen Seite steht Afrika für Hunger, Kriege, Elend,
Hoffnungslosigkeit.
Beiden Stereotypen gemein ist die große Emotionalisierung und mangelnde
Differenzierung. Dabei umfasst Afrika 53 Länder mit unterschiedlichsten
Kulturen.
Filmcollage:
Anhand einer Filmcollage mit Ausschnitten sowohl aus Dokumentar- als auch aus
Spielfilmen von 1933 bis heute (u.a. Befreien Sie Afrika! D 1998) konnte
Marcos A. da Costa Melo zeigen, wie klischeehaft Afrika und die
Afrikanerinnen und Afrikaner gerade in älteren Filmen dargestellt worden
sind. Auch hier manifestiert sich die Ambivalenz des Afrika-Bildes: Da ist
der „Edle Wilde“, unverdorben von der Zivilisation, gutmütig,
stark und stets „zu Diensten“. Und es gibt die Vorstellung vom
gewalttätigen, primitiven und verschlagenen Flegel, der der Führung durch den
Weißen Mann bedarf.
In jüngerer Zeit hat sich die Vorstellung vom Afrikaner als hilflosem Opfer
etabliert.
Auch die afrikanische Kultur wird einseitig wahrgenommen: Es werden keine
historischen Entwicklungen aufgezeigt, sondern ein Verharren auf einem
prähistorischen Niveau suggeriert. Die frühe afrikanische Schriftkultur wird
weitestgehend unterschlagen. Die afrikanische Jugend orientiert sich stark am
westlichen Lebensstil und westliche Technik steht bei ihr hoch im Kurs.
Zu dem Grundproblem des Rassismus wird einerseits darauf verwiesen, dass es
sich um ein globales Problem handelt. So gibt es auch in Afrika einen
Anti-Weißen Rassismus, der sich weniger an der Rolle der Weißen als
Imperialisten entzündet, sondern die Weißen als Fremde ablehnt. Sie gelten
als unsauber und komisch. Andererseits ist Rassismus nicht angeboren. Wenn er
nicht durch Erziehung, Medien etc. vermittelt wird, sollte Rassismus
innerhalb einer Generation zu beseitigen sein.
Als ein Problem wird benannt, dass das Afrika-Bild in den westlichen Medien
weitgehend durch die Meldungen von fünf großen Agenturen bestimmt wird.
Während in der arabischen Welt mit Al Arabiya und Al Jazeera inzwischen zwei
Fernsehanstalten aus der Region das Nachrichtengeschehen aus arabischer Sicht
vermitteln, gibt es in Afrika bislang keinen überregional beachteten
Nachrichtensender und auch keine Nachrichtenagentur. Es wird diskutiert,
inwieweit Afrika arm oder reich ist.
Der Reichtum Afrikas ist zum einen in seinem Ressourcenreichtum zu sehen.
Neben den klassischen Bodenschätzen wie Erdöl, Bauxit oder Coltan sind die
agrarischen Rohstoffe wie bspw. Kaffee oder Mango zu nennen. Aber auch die
außerordentliche Biodiversität rückt zunehmend ins Blickfeld. So sucht die
Pharmaindustrie nach neuen Arzneimitteln.
Ein weiteres Argument, Afrika als reich zu bezeichnen, ist ein großes
Potenzial an jungen Arbeitskräften. Das Problem der Überalterung der
Gesellschaft ist weitgehend unbekannt. Auch die Integration der Generationen
in intakten Großfamilien wird als Kapital genannt.

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"Befreien Sie Afrika!" ist ein Dokumentarfilm über
das Bild Afrikas in Deutschland und die Rolle Deutschlands in Afrika. Der
Film beschreibt die deutsche Afrikapolitik in der Zeit vom Zweiten
Weltkrieg bis heute. Es ist auch ein Film darüber, wie die Deutschen in Ost
und West Afrika sehen und was sie dort in den vergangenen fünfzig Jahren
suchten. Der Titel lehnt sich an die Anleitung zu dem populären
Gesellschaftsspiel "Risiko" an. In den siebziger Jahren nannte
die Spielanleitung als Ziel des Spiels "Erobere die Welt". In den
neunziger Jahren ist das Spielziel: "Befreie die Welt". 83
Minuten, 1998.
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Das Afrika-Seminar fand in Koop. mit der VHS
statt und wurde über InWent (Internationale Weiterbildung und Entwicklung
gGmbH) aus Mitteln des BMZ und vom EED (Ev. Entwicklungsdienst) gefördert.

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