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Steigen Sie in das Projekt ein,
das Sie persönlich am meisten überzeugt:
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Alternative Nobelpreisträgerin zu Besuch in
Hamm
Die Landfrage Brasiliens und der MST, 17. September 2010
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Der
Verband der brasilianischen Landlosenbewegung, MST, gilt als eine der größten
sozialen Bewegungen Lateinamerikas. Mit seinen 1,5 Millionen Mitglieder
verhalf der MST 400.000 Familien zu rechtmäßigem Landbesitz. 1991 wurde MST
der alternative Nobelpreis verliehen. Maria Salette Campigotto ist
Gründerin von MST und Mitglied des Nationalkomitees.
Freitag, 10-13 Uhr,
Gesprächrunde im Beisenkamp Gymnasium (Klasse 12, Am Beisenkamp 1, Hamm)
In einem Gespräch im Beisenkamp
Gymnasium informiert Frau Campigotto über die Ursachen von Landflucht und
Armut in Brasilien. Im Vorfeld gibt es eine Führung durch die Ausstellung
„Terra“ von Sebastião Salgado und eine Filmvorführung rund um
die Landproblematik Brasiliens.
Das Begleitprogramm wird von Heinz-Peter Vetten (Netzwerk Mandacarú, Via
Campesina) geleitet. Die Übersetzung übernimmt Pater Augustinus Diekmann
(Franziskaner Mission Dortmund).
Freitag,
14-16 Uhr, Fachgespräch bei FUgE Hamm (Widumstr. 14, Hamm)
Fachgespräch mit FUgE, fairPla.net,
Brasilien-Experten von Hilfswerken und Forschungszentren aus Deutschland.
Das Fachgespräch mit Frau Campigotto befasst sich mit den Rahmenbedingungen
der sozialen Bewegung in Brasilien, dem Bildungsansatz von MST und
Kooperationsmöglichkeiten etwa in der Nutzung erneuerbarer Energien auf
besetzten Landflächen. Dolmetscher:
Udo Fickert (KoBra eV.)
Moderation: Marcos
A. da Costa Melo (FUgE Hamm)
Freitag,
17 Uhr, VHS-Hamm, Heinrich-von-Kleist-Forum
(Raum 1.058, 1. Etage), Willy-Brandt-Platz 3, Hamm (direkt am Hbf Hamm)
Auf Einladung von FUgE, AbL, fairPla.net und der VHS Hamm berichtet Frau Campigotto
in einem Vortrag über die Monokulturen und die industrielle Landwirtschaft
unter der Regierung Lula. Nicht zuletzt wird Frau Campigotto auf die
katastrophalen Folgen der Zuckerrohr-, Eukalyptus- und Soja-Monokultur, auf
die Ansiedlung von Landlosen durch MST und Unterstützung von
Familienbetrieben eingehen.
Siehe PRESSEMITTEILUNG HIER
und den PRESSESPIEGEL HIER
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Eine Veranstaltung von
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Mit der freundlichen
Unterstützung durch
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Ausstellung: Terra –
Bilder eines engagierten Kampfes (Sept. 2007)
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21. Sep. bis 2. Nov. 2007
in der VHS-Hamm
Fotoausstellung
von Sebastião Salgado. Die ungleiche Verteilung von Landbesitz ist eine der
Hauptursachen für Hunger, Armut und Konflikte in Brasilien. Sebastião
Salgado zeigt mit seinen Bildern die harte Arbeit der Landarbeiterfamilien,
ihre Flucht vom Land in die Stadt und den Versuch, in den Elendsvierteln zu
überleben. Er dokumentiert die gewalttätigen Auseinandersetzungen um
Bodenbesitz, den Kampf der Landlosen, die brachliegendes Land besetzen, um
ihr Überleben zu sichern. Sebastião Salgado, geboren in Minas Gerais
(Brasilien), gilt als einer der besten und bedeutendsten Fotoreporter der
Welt. Diese Fotoausstellung ist bei FUgE (fuge[at]fuge-hamm.de)
auszuleihen.
Siehe Präsentation (ppt): Ausstellung Terra
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Tafel
16 von Terra,
Sebastião Salgado:
Da hier die Armut unermesslich groß ist, kam den örtlichen Kirchen der
Einfall, Särge als Totenschreine und zur Überführung der Toten zum Friedhof
zu vermieten. Bei der Beerdigung wird die Leiche aus dem Sarg genommen, der
so immer wieder verwendet werden kann. Ceará, 1980
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Beerdigung eines Tagelöhners (Funeral de um lavrador)
(siehe deutsche Version Beerdigung eines Tagelöhners 24 MB)
(veja versão em potuguês Funeral de um lavrador 24 MB)
nach dem Gedicht von João Cabral de Melo Neto
„Morte e Vida Severina“ (Tod und Leben von Severina), 1966:
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- Das Grab, in dem du liegst, nach Spannenmaß gegeben,
- Ist der geringste Lohn, den du verdientest im Leben.
- Er hat eine gute Größe, ist weder breit noch spitz.
- Es ist der Teil, der dir gehört von diesem Großgrundbesitz.
- Es ist kein großes Grab, ein Grab gut abgeteilt.
- Es ist das Land, das du hofftest, es werde aufgeteilt.
- Es ist ein großes Grab für dein bisschen Tod.
- Aber immer noch besser als all die Lebensnot.
- Es ist ein großes Grab für deine Dürftigkeit.
- Doch mehr als in der Welt wird es dir darin weit.
- Es ist ein großes Grab für dein Fleisch, so arm, so schwach.
- Doch einer geschenkten Erde sieht man manches nach.
- Ist der geringste Lohn, den du verdientest im Leben.
- Es ist der Teil, der dir gehört von diesem Großgrundbesitz.
(Es ist das Land, das du hofftest, es werde aufgeteilt.)
- Doch mehr als in der Welt wird es dir darin weit.
(Doch einer geschenkten Erde sieht man manches nach.)
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- Esta cova em que estás,
com palmos medida
- É a conta menor que
tiraste em vida
- É de bom tamanho, nem
largo, nem fundo
- É a parte que te cabe deste
latifúndio
- Não é cova grande, é
cova medida
- É a terra que querias
ver dividida
- É uma cova grande pra
teu pouco defunto
- Mas estarás mais ancho
que estavas no mundo
- É uma cova grande pra
teu defunto parco
- Porém mais que no
mundo, te sentirás largo
- É uma cova grande pra
tua carne pouca
- Mas a terra dada nao se
abre a boca
- É a conta menor que
tiraste em vida
- É a parte que te cabe
deste latifúndio
(É a terra que querias
ver dividida)
- Estarás mais ancho que
estavas no mundo
(Mas a terra dada não se
abre a boca)
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Worum geht es hier?
Auf der Flucht
vor dem Elend im brasilianischen Dürregebiet folgt Severino dem Flusslauf
des Capibaribe in der Hoffnung, an der Küste lebenswertere Verhältnisse
vorzufinden. Auf den Stationen von Tod und Leben sind jedoch Hunger, Armut
und Leid seine einzigen Weggefährten. Siehe: Universität
Passau
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Tafel 21 von
Terra, Sebastião Salgado:
Die Steppe kann ihre Bewohner nicht länger halten. Im
Rahmen der rigiden Feudalverhältnisse ist es unmöglich, dass der
Steppenbewohner ein Flecken Land besitzt, um es zum Lebensunterhalt zu
bestellen. Zugleich werden immer mehr Gebiete im Nordosten abgeholzt,
deshalb nimmt die Trockenheit zu, und das Land verödet immer mehr. Die
Bewohner verlassen das Land und suchen ihren Lebensunterhalt in den
Städten. Die Landflucht trägt das Elend in die Städte.
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So ist beispielsweise die Bevölkerung von Fortaleza, der
Hauptstadt von Ceará, in wenigen Jahren um das Vierfache gewachsen.
Inzwischen ist sie zu einer der großen Elendsviertelmetropolen des
Kontinents geworden. Ceará, 1983
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Aufbruch (Mudança) – Aus der
Erzählung von Graciliano Ramos:
„Vidas Secas“ (Karges Leben) 1938:
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Die Schatten der Juazeiro-Bäume zeichneten sich auf dem rötlichen
Boden der Ebene ab. Die Unglücklichen waren den ganzen Tag gegangen, sie waren
müde und hungrig.
Gewöhnlich legten sie
nur kurze Strecken zurück, aber heute hatten sie sich im Sand des
Flussbettes ausgeruht und waren gut achtzehn Meilen vorwärtsgekommen. Seit
Stunden hofften sie auf einen schattenspendenden Baum. Das Blattwerk der
Juazeiro-Bäume tauchte zwischen den nackten Zweigen stachliger
Krüppelpflanzen auf.
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Na planície avermelhada
os cajueiros alargavam duas manchas verdes. Os infelizes tinham caminhado o
dia inteiro, estavam cansados e famintos.
Ordinariamente andavam pouco, mais como haviam repousado bastante na areia
do rio seco, a viagem progredira bem três léguas. Fazia horas que procuravam uma sombra. A
folhagem dos juazeiros apareceu longe, através dos galhos pelados da catinga
ralada.
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Mit schleppendem Gang
zogen sie weiter. Sinha Vitória hatte den blechbeschlagenen Koffer auf dem
Kopf; das junge Kind hockte auf ihrer Hüfte; Fabiano machte ein brummiges
Gesicht und stolperte seines Weges, die Jagdtasche über den Schulter, am
Gürtel eine mit einer Kette befestigte Hölzerne Schale und die
Steinschloßflinte auf dem Rücken. Der ältere Junge und die Hundin Baleia
folgten ... Der ältere Junge fing zu weinen an und setzte sich auf die
Erde.
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Arrastaram-se para lá,
devagar.
Sinha Vitória com o filho mais novo escanchado no quarto e o baú na cabeça,
Fabiano sombrio, a cuia pendurada numa correia presa ao cinturão, a
espingarda de perdeneira no ombro. O menino mais velho e a cachorra Baleia
iam atrás ...
O menino mais velho pôs-se a chorar, sentou-se no chão.
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“Geh weiter, verfluchter Kerl!” schrie der Vater.
Da seine Worte keinen
Eindruck machten, schlug er mit der Lederscheide seines langen Messers auf
den jungen ein. Aber der kleine wurde störrisch und wich nicht von der Stelle.
Schließlich legte er sich flach auf die Erde und schloss die Augen. Fabiano
versetzte ihm noch ein paar Hiebe und wartete, dass er aufstehen würde,
aber der Junge rührte sich nicht. Fabiano blickte in voller Wut um sich und
fluchtete leise.
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“Anda, condenado do
diabo!” gritou-lhe o pai.
Não obtendo resultado,
fustigou com a bainha da faca de ponta. Mas o pequeno esperneou acuado,
depois sossegou, deitou-se, fechou os olhos. Fabiano ainda lhe deu algumas
pancadas e esperou que ele se levantasse. Como isto não acontecesse espiou
os quatro cantos, zangado, praguejando baixo.
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Die Einöde schien kein Ende zu nehmen. Die weißen Flecken der
Knochengerippe waren in das unbestimmte Rot der Erde gestreut. Hoch oben, über
den sterbenden Tieren, zogen Geier in schwarzen Flug ihre Kreise.
„Geh weiter, verfluchter Kerl!“
Der Kleine rühte sich
nicht, und Fabiano fühlte sich versucht, ihn umzubringen. Sein Herz war
übervoll, und er brauchte jemanden, den er für sein Unglück verantwortlich
machen konnte. Die Trockenheit schien ihm etwas Unabänderliches –
aber die Halsstarrlichkeit des Kindes brachte ihn ur Raserei.
Selbstverständlich hatte der kleine Starrkopf keine Schuld, aber er hielt
die Reise auf, und der Viehhirte musste sein Ziel erreichen. Er wusste nur
nicht welches.
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A catinga estendia-se, de
um vermelho indeciso salpicado de manchas brancas que eram ossadas. O vôo
negro dos urubus fazia círculos altos em redor de bichos moribundos.
- Anda excomungado.
O pirralho não se mexeu,
e Fabiano desejou matá-lo. Tinha o coração grosso, queria responsabilizar
alguém pela sua desgraça. A seca aparecia como um fato necessário - e a
obstinação da criança irritava-o.
Certamente este obstáculo miúdo não era culpado, mas dificultava a marcha,
e o vaqueiro precisava chegar, não sabia onde.
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Sie waren von dem Weg,
der voller Stachel und spitzer Steine war, vor Stunden abgewichen und
trotteten dem Flussufer entlang, durch den trockenen, aufgerissenen Schlamm,
der die Füße verbrannte.
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Tinham deixado os
caminhos, cheios de espinhos e seixos, fazia horas que pisavam a margem do
rio, a lama seca e rachada que escaldava
os pés.
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Nun kam dem verzweifelten Sertanejo der Gedanke, den Junge in der
Wüste auszusetzen. Dann dachte er an die Knochengerippe, kratzte sich
unentschlossen den roten, schmutzigen Bart und betrachtete die Umgebung.
Sinha Vitória hob den Kopf, deutete mit dem Kinn eine ungefähre
Richtung an und versicherte mit rauen Kehltönen, dass es nicht mehr weit
sei. Fabiano steckte das Messer in die Scheide und befestigte es am Gürtel.
Dann hockte er sich nieder, fühlte den Puls des Kleinen, der die Knie zum
Magen heraufgezogen hatte und zusammengekrampft und kalt wie ein Toter war.
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Pelo espírito atribulado
do sertanejo passou a idéia de abandonar o filho naquele descampado. Pensou
nos urubus, nas ossadas, coçou a barba ruiva e suja, irresoluto, examinou
os arredores.
Sinha Vitória estirou o
beiço indicando vagamente uma direção e afirmou com alguns sons guturais
que estavam perto. Fabiano meteu a faca na bainha, guardou-a no cinturão,
acocorou-se,
pegou no pulso do menino, que se encolhia, os joelhos encostados no estômago,
frio como um defunto.
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Fabianos Wut schwand. Er fühlte Mitleid. Unmöglich den kleinen Kerl
den Tieren der Wildnis zu überlassen. Er reichte Sinha Vitória die Flinte; nahm
den Jungen auf den Rücken, hielt ihn an den dünnen Armen fest, die kraftlos
über seine Brust hingen. Sinha Vitória gab ihre Zustimmung zu erkennen;
stieß wieder einen gutturalen aus und zeigte die Richtung an, in sie die
unsichtbar gewordenen Juazeiro-Bäume vermutete.
Die Reise ging weiter;
noch langsamer; noch schleppender; in großer Stille.
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Aí a cólera desapareceu e
Fabiano teve pena. Impossível abandonar o anjinho aos bichos do mato.
Entregou a espingarda a Sinha Vitória, pôs o filho no cangote, levantou-se,
agarrou os bracinhos que lhe caíam sobre o peito, moles, finos como
cambitos. Sinha Vitória aprovou esse arranjo, lançou de novo a interjeição
gutural, designou os juazeiros invisíveis.
E a viagem prosseguiu, mais lenta, mais arrastada, num silêncio grande ...
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