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LIPPSTADT - Seit Computer nahezu alle Lebensbereiche
durchdrungen haben, ist das Bild vom Netzwerk zu einem Modewort der
Gesellschaftsbeschreibung geworden. Da trifft es sich, dass das neueste
Netzwerk in der Stadt sich einen Namen gegeben hat, der wie ein Fachbegriff
aus der Computerwelt klingt: LiNet. Dahinter
verbergen sich Gruppen aus der Umwelt-, Friedens- und Entwicklungsarbeit, die
auf ganz unterschiedliche Weise einen kleinen Beitrag zur Gestaltung der
realen Welt leisten wollen. Am Samstag stellte sich mehr als ein Dutzend von
ihnen mit einem Aktionstag auf dem Rathausplatz vor. Diese Art des Netzwerkens sei nicht mit rheinischem
„Klüngel“ zu verwechseln, betonte Bürgermeister Christof Sommer
bei der Eröffnung. Und Susanne Wicker von der Unicef-Gruppe
stellte klar: „Ziel ist es, möglichst viele Gruppen und interessierte
Bürger mit einzubinden.“ Diese Gruppen einte am Samstag das gemeinsame
Motto: „Zukunftsfähiges Lippstadt in einer globalisierten Welt“. Damit konnten sich die Aktivisten der Menschenrechtsorganisation
Amnesty International genauso identifizieren wie die Kinder vom
Energiespar-Team der Grundschule Hörste, die
heimische Gruppe vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) wie
die humanitären Helfer des Hammer Forums. Sie stellten ihre Arbeit in Zelten
rund um den Platz vor. Die INI servierte dazu eine mediterrane Nudelpfanne,
der Eine-Welt-Kreis aus Dedinghausen,
Esbeck und Rixbeck
Waffeln und die Kolpingsfamilie Lippstadt
„Blechideen“ aus ihrem gleichnamigen Kochbuch, dessen Erlöse der
Frauen- und Jugendhilfe in Mexiko zufließen sollen. Der Tag illustrierte, dass Entwicklungsfragen viele
Gesichter haben: Der BUND sammelte Althandys ein, deren Recycling-Erträge von
1,50 Euro pro Stück zur Finanzierung von Holzsparkochern in Afrika beitragen
sollen. Eine-Welt-Läden aus Bad Waldliesborn
und Lippstadt propagierten einen verantwortungsvollen Lebenswandel durch den
Konsum gerecht gehandelter Waren. Die Initiative Lebendiges Lippstadt
wiederum warb für eine nachhaltige Stadtentwicklung, die auf die Bindung von
Bevölkerung ausgerichtet ist. Eine ökologische Planung hat auch der
Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club im Sinn, wenn er den Radverkehr unterstützt. Marcos da Costa Melo vom Netzwerk FUgE aus Hamm
hatte ein Liegerad mitgebracht, das zum ersten gemeinsamen Projekt des LiNet führen könnte: Er wünscht sich, dass sich
Lippstädter bereiterklären, ein Jahr auf ihr Auto zu verzichten -
„nicht dogmatisch“, wie er sagt, sondern um sich mit dem eigenen
Lebensstil auseinanderzusetzen." (in: Tageszeitung
"Der Patriot" 07.09.2009) |
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